Was passiert beim MD-Besuch?
Der MD-Gutachter kommt zu Ihnen nach Hause (oder ins Heim) und führt ein strukturiertes Gespräch durch. Der Besuch dauert in der Regel 45–90 Minuten. Der Gutachter bewertet alle 6 NBA-Module anhand von 64 Kriterien.
Vollständige Checkliste vor dem MD-Besuch
Dokumente vorbereiten:
- ☑ Pflegetagebuch (mindestens 2 Wochen, täglich geführt)
- ☑ Aktuelle Medikamentenliste mit Dosierungen
- ☑ Alle Arztbriefe und Entlassberichte der letzten 2 Jahre
- ☑ Diagnose-Bestätigungen vom Hausarzt
- ☑ Verordnungen für Hilfsmittel
- ☑ Krankenhausberichte / OP-Berichte
Wohnung vorbereiten:
- ☑ Hilfsmittel sichtbar aufstellen (Rollator, Haltegriffe, Toilettenstuhl etc.)
- ☑ Inkontinenzprodukte sichtbar
- ☑ Türöffner, spezielle Hilfsmittel zeigen
- ☑ Ggf. Rampen, Haltegriffe im Bad vorzeigen
Personen vorbereiten:
- ☑ Angehörige/Vertrauensperson: Informiert und anwesend
- ☑ Pflegebedürftige Person: Briefed auf "schlechten Tag beschreiben"
- ☑ Alle relevanten Einschränkungen notiert (für alle 6 Module)
Was wird der Gutachter fragen?
Der MD geht die 6 Module systematisch durch. Bereiten Sie Antworten für folgende Bereiche vor:
Modul 1 – Mobilität:
„Wie gut können Sie sich fortbewegen? Können Sie Treppen steigen? Wie stehen Sie auf?" – Zeigen Sie Schwierigkeiten aktiv vor. Wenn das Aufstehen schwer ist, stehen Sie auf und zeigen es.
Modul 2 – Kognition:
„Wissen Sie, welcher Tag heute ist? Wo befinden Sie sich?" – Angehörige: Ergänzen Sie, wenn der Betroffene Schwierigkeiten verharmlost oder vergisst.
Modul 4 – Selbstversorgung:
„Können Sie sich selbst waschen? Anziehen? Essen?" – Beschreiben Sie den Aufwand: Wie lange dauert es? Ist Hilfe nötig? Kommt es zu Schmerzen?
Häufige Fehler beim MD-Besuch
- „Das schaffe ich noch." – Nur weil es irgendwie geht, heißt es nicht, dass es sicher oder ohne erhebliche Mühe geht. Beschreiben Sie auch Schmerzen und Unsicherheit.
- Bester Tag statt schlechtester Tag – An einem guten Tag wirkt man viel fitter. Erwähnen Sie: "Heute ist ein besserer Tag. Normalerweise..."
- Angehörige schweigen – Wenn der Pflegebedürftige etwas verharmlost, korrigieren Angehörige höflich aber bestimmt.
- Psychische Probleme vergessen – Angst, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen werden häufig nicht erwähnt, zählen aber in Modul 3.
Nach dem MD-Besuch: Was kommt als nächstes?
Der Gutachter erstellt einen Bericht für die Pflegekasse. Sie haben das Recht, auf Anfrage eine Kopie des Gutachtens zu erhalten. Vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer eigenen Einschätzung – bei deutlichen Abweichungen: Widerspruch einlegen.
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